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Erfahrungen

Zeichen zum alleine Weitertrampen…

…nachdem Carmen mich und unsere Tramptour nach einer verrückten Nacht verlassen hat

Unsicher ob das Leben möchte, dass ich alleine weitertrampe, mache ich mich auf, mit dem nun natürlich noch schwereren Rucksack, aus dem Dorf hinaus in dem wir mit David übernachtet haben, der uns seit gestern in Sofia in seinem Wohnmobil mitgenommen hatte.
Wie geplant, nur halt jetzt alleine und zu Fuß, gehe ich nach kurzem Halt bei den Bauarbeitern das Sträßchen hinauf zum Pass übers Rila-Gebirge.
Nach wenigen Minuten kommt auch Carmen im Wohnmobil mit David.
Unter Tränen verabschieden wir uns nochmals voneinander und wünschen uns alles Gute für die Zukunft.
Gerade als ich physisch und psychisch ziemlich am Ende unter einem Baum bei einem Brunnen sitze, kommt plötzlich ein alter Mann mit einem Moped und einem kleinen Mädchen auf dem Gepäckträger sowie vielen leeren Wasserflaschen vom Dorf hochgefahren.
Der kleine Engel strahlt mich an und sagt in holprigem Englisch: „Hello, I am Joana“ und als mir der kleine Joana-Engel bei der Abfahrt sogar noch ein Handküsschen zubläst, weiß ich, dass meine Entscheidung alleine weiterzutrampen richtig ist – danke liebes Leben – für dieses Engelszeichen.
Weiter oben am Pass nehmen mich 2 Männer in einem Transporter zum Fest ihrer Waldarbeiter-Truppe mit – ein paar Kilometer unterhalb der Passhöhe und abseits des Passsträßchens – und auch bei/mit ihrer abrupten herzlichen, kulinarischen und hochprozentigen Gast-Freundschaft fühle ich, dass ich vom Leben… geführt bin.
Nach dem üppigen Festmahl werde ich im Transporter sogar noch auf die Passhöhe gebracht.
Wegen Bauarbeiten ist die Passstraße über den Damm gesperrt – wird spannend wie/ob ich auf der anderen Seite weiter-/runterkomme…
Wie ich später erfahre, mussten Carmen und unser Anhalter natürlich hier oben mit dem Wohnmobil umdrehen und wir wären uns unwillkürlich wieder begegnet – und dann…, wenn ich nicht zum Festmahl eingeladen worden wäre – Leben/… weiß und kann!
Auf der anderen Seite des Dammes kommt plötzlich, wie aus dem Nichts ein Auto auf einem Feldweg den Berg herunter!
Der junge Fahrer meint, er könne mich in meiner misslichen Lage ein kleines Stück hier oben am See entlang mitnehmen.
Als wir uns während der Fahrt tiefgründig unterhalten und herzlich näherkommen meint er, er würde gerne mehr Zeit mit mir verbringen und es wäre ihm eine Ehre mich meinem nächsten Wunschziel (das Rila-Kloster) ein wenig näher zu bringen.
Nach über 100 km meint er, ob ich nicht auch die Rila-Seen besuchen wolle und ich antworte, er, als mein Retter der Straßensperrung, wisse was für mich gut wäre – also bringt er mich zur Sesselliftstation hinauf zu den Rila Seen.
Nach toller, langer Panorama-Sesselliftfahrt und kostenloser Hotel-Übernachtung in der Abstellkanmmer unterm Dach (da der Hotelchef nicht da war) mache ich mich ohne meinen schweren Rucksack auf die Bergwanderung zu den 7 Rila-Seen.
Zurück vom Gipfel setze ich mich kurz unterhalb zu einem jungen Paar in die Wiese um den Ausblick über die 7 beklommenen Seen zu genießen – und als ich ihnen erkläre, wie/dass ich ganz zu-fällig in Bulgarien und auch hier gelandet bin und eigentlich immer das Gefühl hatte hier in Bulgarien auf Spuren des Spirituellen-Lehrers Peter Deunov (Beinsa Douno) zu stoßen, lachen sie laut auf und deuten runter auf den drittobersten See und berichten dass Beinsa Douno an den Ufern des Nieren-Sees alljährlich tausende von suchenden Menschen versammelt hatte – in diesem See habe ich gebadet und anstatt des eiskalten Wassers eine warme Energie gespürt die mich ver-rückt entzückt lange im See aufhalten ließ – natürlich auch/alles Zu-fall. 
Danke Euch 2 und Dir liebes Leben – Du bist der Hammer!

Am Rande noch:
Da der Hotelchef am nächsten Tag im Hotel erscheint, bekomme ich, damit es ihm nicht auffällt, für die dritte Nacht sogar ein richtiges Zimmer – auch kostenlos natürlich.
Er ist dann „zu-fällig“ mein nächster Anhalter – von der Talstation den Pass hinunter und in Richtung Rila-Kloster.
Er muss nach mir den Sessellift herunter genommen haben.
Während der Autofahrt interessiert er sich nun sehr für meine, durch Vertrauen zum Leben geführte Tour – und noch mehr natürlich für mein Aufgeben des Geldmachens in meiner Reisefirma 2007.
Wir sind so herzlich verbunden, dass ich, als er nicht so richtig glauben kann dass mich das Leben immer rechtzeitig mit dem Nötigen versorgt, ihm fast noch anvertraue, dass mir das Leben sogar die Unterbringung in seinem Hotel zufallen lies – aber irgendwas hielt mich ab. Leben weiß und kann 😉

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