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was ist nur los…

Glück und (Widerstands)Kraft scheinen für Bike und mich zu Ende

Total am Ende bekomme ich bei Einbruch der Dunkelheit in the middle of nowhere und zu Beginn des nächsten Gebirges vom jungen „Truck“stop-Besitzer und seiner lieben Frau ein Zimmer neben dem Restaurant und ihrem Zimmer.

Nach einer guten Nacht auf dem Boden meines Restaurant-Nebenzimmers (neben dem das Baby dem Betreiber-Paar keine so ruhige Nacht bescherte) radle ich nun durch das Tibet-(Autonomer-Bezirk)Tor hinein ins Hochgebirge.
Bin schon nach ein paar km wieder ziemlich kaputt – aber Vietnam ruft (meine ich)…
3 lange, enge, stockdunkle und deshalb (verständlicherweise auch) für Fahrräder gesperrte Tunnels darf ich auf den nächsten 20 km zu-fällig (Leben… sei Dank) ohne einen der zahlreichen Schwerverkehr-Begegnungen/-Überholungen durchqueren.
Witzig! Erst ein halbes Jahr später, zuhause, darf ich auf dem Foto erkennen, dass es einen Weg am Fluss entlang um den Berg herum gegeben hätte – TUNNELBLICK im Delirium!!!
50 km und 700 m höher („zu-fällig“ kurz vor dem schweren, mir unbewussten Passbeginn) zieht mich ein Mann mit seinem Mini-Cross-Motorrad 12 km und 500 Höhenmeter bis auf die 3200-er Passhöhe hinauf – es ist viel zu kalt für meine leichte, kurze Kleidung, aber ich bin so froh über diese Zieh-Gnade, dass ich mein Frieren im schnellen Fahrtwind ausblende.
Die kurze, knackige 3 km Abfahrt rase ich hinter meinem Crosser-Engel her und bei der Einfahrt in die Hochgebirgs-Tempelstadt Hezou reißt der gestern in Linxia gewechselte Schalt-Bowdenzug (China-Produkt und scheinbar leider auch -Qualität!).
Da mein Crosser-Engel kein Fahrradgeschäft in seiner Stadt zu kennen/finden scheint, darf ich glücklich und dankbar auf eine (zwar etwas unorthodoxe aber funktionierende) Lösung kommen – in der Stadtmitte auf über 3000 m Höhe, mit einem engen Kreis von mehr als einem dutzend Staunenden.
Nach kurzer (äußerlicher) Tempelbesichtigung gönne ich mir ein Abendessen im großen Nudelrestaurant.
Es ist stockdunkel als ich, beim nachtlagersuchenden Rausradeln aus der Stadt, vor dem letzten Gebäudekomplex einen überdachten Schlafplatz finde. Leider über“sehe“ ich 20 m vor dem Platz in der totalen Dunkelheit den größeren Absatz – und dem enormen Schlag auf das Vorderrad folgt ein verdächtiges Zischen vom Vorderrad – hat Zeit bis morgen – erst mal eine (Schlafsack-)Mütze Schlaf denke ich!!!
Es wird eine kurzen Nacht – wegen langem Chat mit Xiao und einem fast neben mir parkenden (Liebes)Paar.
Am frühen Morgen wechsle ich unter Durchfall-Attacken den Vorderrad-Schlauch und -Reifen.
Warum scheint das Leben mir und dem Bike alles an Glück und Widerstandskraft entzogen zu haben? Ich werde sehen und verstehen.

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